Solarien und UV-Strahlung
Sie haben sich zur Nutzung eines Solariums entschieden, in dem Sie mit künstlicher UV-Strahlung bestrahlt werden.
3Da künstliche UV-Strahlung auch schädliche Wirkungen hat, werden Sie gebeten, diese Informationsschrift aufmerksam zu lesen.
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4Wo wirkt UV-Strahlung?
Natürliche wie künstlich erzeugte UV-Strahlung wirkt zunächst hauptsächlich auf Haut und Augen, kann aber Einfluss auf den gesamten Körper haben.
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5UV-Strahlung dringt in die Haut ein und wird dort von Körperzellen aufgenommen.
6Während UV-A-Strahlung in das unter den oberen Hautschichten liegende Bindegewebe vordringt, wird UV-B-Strahlung von den oberen Hautschichten absorbiert.
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7UV-Strahlung durchdringt zudem die Augenhornhaut und gelangt in das Augeninnere.
8Dort wird sie vor allem von der Augenlinse aufgenommen, ein Teil der UV-A-Strahlung erreicht die Netzhaut.
9Bei kleinen Kindern ist die UV-Empfindlichkeit des Auges erhöht und ein größerer Anteil der UV-Strahlung erreicht die Netzhaut.
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10Schädliche Wirkungen der UV-Strahlung
Grundsätzlich kann man zwischen kurzfristigen (akuten) und langfristigen (chronischen) schädlichen Wirkungen der UV-Strahlung auf Haut und Augen unterscheiden:
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11Kurzfristige (akute) Wirkungen
Die auffälligste akute Schädigung der Haut ist der Sonnenbrand.
12Ein Sonnenbrand tritt meist erst einige Stunden nach der UV-Bestrahlung auf und erreicht nach 6 bis 24 Stunden seine höchste Ausprägung.
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13Weitere akute Hautreaktionen sind fotoallergische und fototoxische Reaktionen.
14Sie kommen vor allem durch das Zusammenwirken von UV-Strahlung mit bestimmten Stoffen wie z. B. Medikamenten (z.
15B. Antibiotika, Anti-Baby-Pille) oder Kosmetika (z.
16B. Parfüm, Make-up, Cremes) zustande.
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17UV-Strahlung kann an den Augen schmerzhafte Hornhaut- und Bindehautentzündungen verursachen.
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18Langfristige (chronische) Wirkungen
Bereits eine geringe UV-Bestrahlung bewirkt eine Schädigung des Erbguts (DNS) in den bestrahlten Zellen.
19Je ausgiebiger das Sonnenbad oder der Solariumsbesuch, desto größer ist das Risiko solcher Schädigungen.
20Normalerweise sorgen Reparatursysteme der Zellen für die Korrektur dieser Schäden.
21Diese Reparatursysteme können aber durch häufige UV-Bestrahlung überlastet werden und Fehler machen.
22Dadurch wird das Erbgut der Zellen bleibend geschädigt, die Folge kann Hautkrebs sein.
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23Deshalb hat die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), UV-Strahlung in die höchste Kategorie krebserregender Stoffe eingeordnet.
24Jährlich erkranken in Deutschland bis zu 140 000 Menschen an Hautkrebs; die Tendenz ist steigend.
25Die Zahl der Hautkrebserkrankungen hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt.
26Auch junge Menschen sind zunehmend betroffen.
27Bis zu 3 000 Menschen sterben in Deutschland pro Jahr an Hautkrebs.
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28Auch führt häufige und intensive UV-Bestrahlung zum vorzeitigen Altern der Haut.
29Die Elastizität der Haut verringert sich, sie wird faltig und lederartig.
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30Die Augen können durch UV-Strahlung langfristig an Grauem Star (Katarakt), einer Trübung der Augenlinse, erkranken.
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31Zudem schwächt übermäßige UV-Strahlung das Immunsystem.
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32Daher kein Solarium
Die Nutzung von Solarien ist für Minderjährige (Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren) per Gesetz verboten.
33Die Haut von Kindern und Jugendlichen ist gegenüber UV-Strahlung besonders empfindlich.
34UV-Bestrahlung von Kindern und Jugendlichen steigert das Hautkrebsrisiko.
35➨
Menschen mit Hauttyp I oder II haben besonders UV-empfindliche Haut, die in der Sonne keinen ausreichenden Eigenschutz aufbaut.
36Da die gewünschte Bräunung ausbleibt, sollten sich Menschen dieser Hauttypen keiner UV-Strahlung aussetzen.
37➨
Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Risiko, an schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) zu erkranken.
38Jede zusätzliche UV-Bestrahlung im Erwachsenenalter erhöht dieses Risiko.
39➨
Für Menschen mit großen, auffälligen oder auffallend vielen Pigmentmalen (Muttermalen, Leberflecken) besteht ein erhöhtes Hautkrebsrisiko.
40Jede zusätzliche UV-Bestrahlung sollte unbedingt vermieden werden.
41➨
Ist in der Familie bereits Hautkrebs aufgetreten, ist die Wahrscheinlichkeit, an Hautkrebs zu erkranken, erhöht.
42Jede zusätzliche UV-Bestrahlung erhöht dieses Risiko.
43➨
Wer bereits an Hautkrebs erkrankt ist oder war, sollte jede zusätzliche UV-Bestrahlung vermeiden.
44➨
Bestimmte – auch pflanzliche – Stoffe können fotoallergische und fototoxische Reaktionen auslösen.
45Nach Eindringen dieser Substanzen in die Haut oder oraler Einnahme kann UV-Bestrahlung fotoallergische Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen, Nässen oder Blasenbildungen an den bestrahlten Hautbereichen auslösen.
46Personen, die Medikamente einnehmen, sollten ärztlichen Rat einholen oder sich an eine Apotheke wenden, bevor sie sich UV-Strahlung aussetzen.
47➨
Inhaltsstoffe von Kosmetika können fotoallergische und fototoxische Reaktionen auslösen.
48Auf Parfüms, Deodorants, Make-Up, Lotionen, Cremes usw. sollte daher verzichten, wer sich in die Sonne oder in ein Solarium legen möchte.
49Auch hier kann es zu fotoallergischen Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen, Nässen oder Blasenbildungen oder sehr lang anhaltenden starken Pigmentierungen an den bestrahlten Hautbereichen kommen.
50➨
Eine Vorbräunung im Solarium (z.
51B. vor einem Urlaub) ist nicht zu empfehlen.
52Zur Ausbildung eines UV-Eigenschutzes der Haut ist vor allem ausreichend UV-B-Strahlung notwendig.
53Gerade solche Solarien, die ausschließlich oder überwiegend UV-A-Strahlung abgeben, führen zwar zur Bräunung der Haut, reduzieren aber ihre Sonnenbrandempfindlichkeit nicht.
54Schützen Sie sich lieber im Urlaub vor der Sonne!
Zum Schutz der Augen vor den Gefahren von UV-Strahlung muss im Solarium immer eine geeignete UV-Schutzbrille getragen werden.